Bis heute lässt sie mich nicht los, die Frühgeburt. Warum eigentlich? Ich lebe – und ich bin ein Wunschkind. Und doch kreisen meine Gedanken immer wieder um dieses Ereignis, wie auf einem Karussell und geben keine Ruhe. Naja – war ja auch nicht so einfach. Vieles war sogar mehr als schwierig und so manches am Rand der Verzweiflung. Aber geschafft. Mit viel Hilfe, vielen Tränen, ganz viel Liebe und ganz viel Mut. Hatte ich eigentlich Zeit, das alles wirklich zu verarbeiten? Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr reift in mir die Idee einfach alles einmal aufzuschreiben. Heute frage ich meine Eltern, schreibe meinen wichtigsten Wegbegleitern und addiere meine Erfahrungen und Erinnerungen dazu. In Bezug auf meine Entwicklungsverzögerung beschäftigen mich zwei zentrale Fragen. Was war hilfreich? Was hat eher geschadet? Werde ich Antworten darauf finden? Und hilft dieses Tagebuch eventuell auch anderen Menschen ein wenig, die vielleicht ähnliches durchgemacht haben oder sich genau jetzt mit dieser oder einer vergleichbaren Thematik auseinandersetzen müssen? Im besten Fall hilft es Ihnen, Ihr Kind, Ihre Patienten oder Ihre Schüler besser zu verstehen, sie zu ermutigen und vor allem sie wirksam zu unterstützen.